albibliothek befindet.[2]
Abschriften[Bearbeiten]
Es konnten 174 Abschriften der Goldenen Bulle aus dem späten Mittelalter und mindestens zwanzig weitere Textzeugen aus der Neuzeit ausfindig gemacht werden, die die Zahl der in der jüngsten Ausgabe benannten Kopien um mehr als ein Viertel erhöhen. Die meisten lateinischen Abschriften folgen der böhmischen Ausfertigung der Goldenen Bulle, eine größere Anzahl stattdessen der pfälzischen Version. Nur wenige Stücke sind der Mainzer oder der Kölner und nur ganz vereinzelte Abschriften der Trierer Fassung zuzuweisen. Hintergrund hierfür ist erstens die römisch-deutsche Königs- bzw. Kaiserwürde der Luxemburger sowie der Habsburger; zweitens die langjährigen Ansprüche der bayerischen Wittelsbacher auf die Kurwürde; und drittens die Tatsache, dass die Ausfertigungen für Frankfurt und Nürnberg diplomatische Abschriften der böhmischen Fassung darstellen und damit mittelbar zu ihrer weiteren Verbreitung beigetragen haben. Die Kopien kommen aus den Rheinlanden, dem Südwesten, Franken und der späteren Schweiz, aus dem wittelbachischen und dem habsburgischen Süden sowie dem böhmischen Südosten, außerdem aus der Markgrafschaft Brandenburg, Preußen und Livland sowie Städten in Sachsen, Thüringen und Westfalen. Weitere Duplikate kommen aus der Kanzlei der französischen Könige, aus dem Königreich Norwegen und der Markgrafschaft Mähren, aus der Hafenstadt Venedig und von der römischen Kurie. Die meisten Abschriften entstanden zwischen 1435 und 1475. Die ersten lateinischen Duplikate wurden noch im ausgehenden 14. Jahrhundert in den Kanzleien der Kurfürsten von Köln, Mainz und Böhmen sowie der Burggrafen von Nürnberg angefertigt. Die bekannte Prachtausgabe für König Wenzel IV. von Böhmen wurde kurz nach 1400 angelegt. Ihr folgen im 15. Jahrhundert Kopien für den Herzog von Brabant, den Pfalzgrafen bei Rhein, den Erzbischof von Trier und den habsburgischen Kaiser. Man kann außerdem mit Duplikaten für die bayerischen Wittelsbacher, die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg, die Hochmeister des Deutschen Ordens und die sächsischen Wettiner rechnen. Weitere Rezipienten lateinischer Ausgaben waren hohe Kleriker wie die Bischöfe von Eichstätt und Straßburg oder auch prominente Mitglieder der römischen Kurie. Auch der Niederklerus und das Patriziat finden sich als Nutzer lateinischer Sammlungen. Zweisprachige Exemplare gab es vor allem am Mittel- und Oberrhein, aber auch in Fran
Sunday, April 13, 2014
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